13.12.2013

TYPO3 Neos 1.0
Release-Event in Nürnberg

Das Release-Event war gut durchorganisiert und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Bei angenehmer Lounge-Atmosphäre in gediegenem Neonlicht hatten die Gäste zunächst Zeit, ein paar Worte miteinander zu wechseln. Dabei konnte man den Kern-Entwicklern, die sich in einem separaten Raum befanden, über einen Videostream dabei zusehen, wie sie die TYPO3 Neos Version 1.0.0 in die Welt entließen. So haben sie an diesem Abend sogar die Neos-Website gerelauncht und TYPO3 Flow in der Version 2.1.0 veröffentlicht. Mit 25-minütiger Verspätung konnte der Vortrag dann beginnen – angesichts einer 7-jährigen Entwicklungszeit ein völlig akzeptabler Zeitraum, wie sich Robert Lemke auch nicht nehmen ließ, zu erwähnen.

Die Kernentwickler verließen den Raum, das Licht wurde gelöscht, nach ein paar Augenblicken wurden sie dann auch schon auf der kleinen Bühne vorgestellt. Der Release-Manager Sebastian Kurfürst konnte an dem Abend nicht teilnehmen, sodass lediglich ein Video von ihm zu sehen war. Ebenso wie Rasmus Skjoldan, der eine Release-Party in Dänemark besucht hat.

Es begann nun die Präsentation des Neos-Backends.

Zu meiner positiven Überraschung hat das Neos-Backend in der Version 1.0.0, verglichen zu den Beta1- und Beta2-Releases, noch einmal einen Schritt nach vorn gemacht. So ist nun beispielsweise auch im Page-Tree zu sehen, welche Änderungen an Seiten noch ausstehen und auf Veröffentlichung „warten“. Ein weiteres vielversprechendes Merkmal ist der Bereich „Edit/Preview“: Hier kann nun zwischen In-Place- und Raw-Content-Modus gewechselt werden. Es ist zudem möglich, verschiedene Preview-Modi zu wählen bspw. „screen“ oder „print“. Aber das Spannendste daran ist, dass diese Modi anpassbar und erweiterbar sind. Letztendlich bedeutet dies, dass für Bearbeitungen ein Modus erstellt werden kann, der eine separate Eingabemaske für Daten zeigt. Damit steht TYPO3 Neos dem TYPO3 CMS um ein Vielfaches weniger nach als im Allgemeinen angenommen wird. Dank der intuitiv gestalteten Benutzeroberfläche des Neos-Backends finden selbst Neos-Neulinge einen schnellen Einstieg in die Handhabung des Systems.

Nach der Präsentation konnten interessierte Gäste an drei vorbereiteten Rechnern das neue Neos testen und in Dialog mit den Kernentwicklern treten. Am Buffet konnte man sich weiterhin stärken und vor der Halle ein paar frisch gegrillte Nürnberger Bratwürste ergattern.

Mein Fazit:

Werden in TYPO3 Neos nun noch die angedachten Features hinzugefügt, wie beispielsweise die Mehrsprachigkeit des Backends, dann hat das System ein unglaublich großes Potenzial, Maßstäbe bei den CMS zu setzen. Denn nicht nur die Oberfläche Neos ist aufgeräumt und UX-technisch sehr durchdacht, sondern auch die Quellcodebasis lässt keine Zweifel daran, dass man es hier mit einem solide ausgedachten Konzept zu tun hat. Hier ist der Einstieg um einiges anspruchsvoller als die Einarbeitung in die Benutzeroberfläche, da einfach sehr viele Software-Pakete installiert werden und die Dokumentation noch nicht den Umfang genießt, den sie angesichts dieser Enterprise-Software haben müsste. Jedoch helfen die durchorganisierte Paketstruktur und das angewendete Konzept „Convention over Configuration“ ungemein, sich dort zurechtzufinden.

Ich bin der Meinung, dass man diesen Luxus-Zug nicht an sich vorbeifahren lassen sollte. Ich würde mich noch nicht trauen, ein großes Projekt damit umzusetzen, jedoch kann ich mir vorstellen, dass kleinere Projekte mit genügend Einarbeitungszeit eine gute Einstiegsmöglichkeit bieten. Wobei man sich in keinster Weise Sorgen machen braucht, dass TYPO3 Neos einen vor unlösbare Probleme stellen wird, auch, wenn die verwendete NEOS-Installation hie und da während der Release-Präsentation ein paar Fehler ausgegeben hat. 

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